Buen Vivir- Abendveranstaltung mit Alberto Acosta

buen vivirMit ihrem neuen Programm will die lateinamerikanische Kult-Band Grupo Sal eine wichtige und notwendige Diskussion im deutschsprachigen Raum befeuern. Grupo sal setzt seit über 30 Jahren entwicklungs- und umweltpolitische Themen erfolgreich musikalisch/ künstlerisch um. Gemeinsam mit prominenten Schauspielern, Schriftstellern (z.B. Ernesto Cardenal und Gioconda Belli), Politikern, Aktivisten, Journalisten und Theologen hat grupo sal zahlreiche musikalische Collagen zu brisanten Themen entwickelt und damit das Bewusstsein für die Schönheiten, aber auch die Probleme Lateinamerikas über Jahrzehnte hin geschärft.

Der Ecuadorianer Alberto Acosta gehört heute zu den führenden Intellektuellen Lateinamerikas und ist der bedeutendste Verfechter des Konzepts »Buen Vivir«. Als Präsident der verfassungsgebenden Versammlung von Ecuador trug er wesentlich dazu bei, dieses Modell in der neuen ecuadorianischen Verfassung zu verankern und damit der Natur eigene Rechte zuzusprechen. Er hat als Erster den Versuch unternommen aus dem indigenen Konzept des »buen vivir« politische Leitlinien für die westliche Welt zu entwickeln. Angesichts des Scheiterns der aktuellen Wachstums- und Fortschrittskonzepte und der drohenden ökologischen und sozialen Krisen werden neue Denkansätze immer wichtiger. Das Konzept des »buen vivir« gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung und ist bereits in mehreren Verfassungen Südamerikas verankert. Vor welche Herausforderungen stellt uns dieses Konzept des »guten Lebens« und welche Chancen bietet es? Acosta entwirft Szenarien einer gerechten Zukunft und stellt sie zur Diskussion.
Das indigene Konzept »Buen Vivir« (Gutes Leben) propagiert – neben einem Leben im Einklang mit der Natur – eine neue »Ethik der Entwicklung«, ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Veränderung im Lebens- und Politikstil. »Gutes Leben« hat immer auch etwas mit Kultur zu tun. In diesem Sinne will die Veranstaltung der politischen Debatte eine sinnliche und künstlerische Dimension verleihen.
Die Kombination zwischen der künstlerisch-thematischen Darbietung und der konkreten Diskussions- und Fragerunde ermöglicht eine Vertiefung der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Thesen und Argumenten. Zudem bietet das Konzept einen kreativen und aktiven Beitrag zur immer drängender werdenden Debatte um globale Gerechtigkeit und Klimafragen das Verhältnis von Ökologie und Ökonomie und um Ziele der Entwicklungszusammenarbeit.

 

Diese Veranstaltung wird organisiert von der Inititaive „Stipendium Enrique Schmidt“, der Hochschulgruppe „Kritische Wirtschaftswissenschaften Göttingen“ und dem Verein „Amnistad con Nicaragua“.

 

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei Contigo, Lange Geismarstraße 51, und im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, für 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). An der Abendkasse wird der Eintritt 14 Euro (ermäßigt 8 Euro) kosten.