Podiumsdiskussion: “Klima, Kapitalismus und Kooperation: Klimaschutz zwischen politischem Willen und ökonomischer Kalkulation”

“Obwohl die ökologische Krise in jüngerer Zeit durchaus politisiert worden ist und auch im herrschenden Diskurs als Problem wahrgenommen wird, scheinen sich die ihr zugrunde liegenden Produktions- und Konsummuster – mit staatlich- politischer Unterstützung – zu verfestigen und global zu verallgemeinern. […] Die Krise gesellschaftlicher Naturverhältnisse muss folglich in engem Zusammenhang mit strukturierten sozialen Macht- und Kräfteverhältnissen und der grundlegenden Krisenhaftigkeit kapitalistischer Gesellschaften verstanden werden.” – Ulrich Brand und Markus Wissen

Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert dar. Dem Weltklimarat zufolge erfordere das benötigte 1,5°C- Ziel eine “rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft”. Die negativen Konsequenzen davon werden nicht erst in der weit entfernten Zukunft eintreten, sondern sind – vor allem in Ländern des Globalen Südens – schon heute zu spüren. Dennoch sucht die neoklassische Wohlfahrtstheorie nach dem nutzenoptimalen Belastungsniveau, nicht nach dem minimalen. Inwiefern fördert bzw. verhindert diese ökonomische Rationalität eine angemessene Bewältigung der Klimaherausforderung? Welche Rolle spiellen Ökonomisierungs- und Finanzialisierungsprozesse in der Klimapolitik und welche Anreizstrukturen bestimmen die agierenden Parteien? Welche konkreten Lösungsansätze stehen uns zur Verfügung und welche Schwierigkeiten sind dabei festzustellen, insbesondere im Bezug auf die Verhaltensweise relevanter ökonomischer und politischer Akteure?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, veranstaltet die Hochschulgruppe Kritische Wirtschaftswissenschaften Göttingen eine Podiumsdiskussion zum Thema “Klima, Kapitalismus und Kooperation: Klimaschutz zwischen politischem Willen und ökonomischer Kalkulation”. Die Gäste sind Dr. Fünfgelt (Brot für die Welt), Prof. Dr. Weimann (Uni Magdeburg) und Nilda Ankermann (Uni Kassel/ ILA-Kollektiv), unter der Moderation von Dr. Blankenberg (Uni Göttingen). Die Podiumsdiskussion findet am 24. Januar um 18 Uhr im ZHG 001 statt. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer mit Interesse an der Frage, wie zukünftige Kooperation zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aussehen kann, um solidarisches, kooperatives und ökologisches Handeln zu begünstigen.

“Wir dürfen beim Klimaschutz keine Zeit mehr verlieren. Das ist die Kernbotschaft des Berichts (IPCC Sonderbericht 2018). Die nächsten Jahre sind entscheidend, damit unser Planet nicht aus dem Gleichgewicht gerät.” – Svenja Schulze, Bundesumweltministerin